
Für viele unserer Jugendlichen ist die Berufswahl kein klarer Weg, sondern eher ein Herantasten. Ein Ausprobieren. Ein Zweifeln. Und manchmal auch ein inneres Chaos. Da ist jemand, der eigentlich gerne mit Menschen arbeitet – sich aber nicht traut. Eine andere, die schon drei Ideen hatte und keine fühlt sich richtig an. Und wieder jemand, der einfach sagt: „Ich weiss es nicht.“ Und das ist okay.
Schnuppern – raus aus der Komfortzone
Die ersten Tage in einem Betrieb sind für viele riesig. Früh aufstehen. Neue Leute. Neue Regeln. Unbekanntes Terrain. Und dieses Gefühl: „Jetzt werde ich beobachtet.“ Manche kommen zurück und sagen: „War eigentlich ganz cool.“ Andere sagen: „Ich war einfach nur nervös.“ Und manchmal hört man: „Ich glaube, das ist gar nichts für mich.“ Auch das ist wichtig zu merken.
Feedback – gar nicht so einfach
Dann kommt dieser Moment: der Schnupperbericht. Ein Blatt Papier, auf dem jemand von aussen schreibt, wie man war. Das kann treffen. „Zu still.“ „Unsicher.“ „Hat sich Mühe gegeben, aber…“
Und dann sitzen wir wieder zusammen und schauen darauf. Und versuchen, aus einem „aber“ ein „aha“ zu machen. Nicht als Urteil. Sondern als Hinweis.
Schritt für Schritt
Im Kastanienhof laufen wir diesen Weg nicht für die Jugendlichen – aber wir laufen neben ihnen. Wir fragen nach. Wir denken mit. Wir bleiben dran – auch wenn jemand gerade lieber ausweichen würde. Und manchmal merkt man plötzlich: Da ist ein Funke. Eine Richtung. Ein kleines „Das könnte passen“.
Am Ende geht es nicht nur um einen Beruf
Es geht darum, sich selbst ein Stück besser zu verstehen. Zu merken: Was passt zu mir? Was traue ich mir zu?
Wo möchte ich hin?
Und vielleicht ist das Wichtigste gar nicht die perfekte Entscheidung, sondern die Erfahrung:
„Ich kann meinen Weg finden – Schritt für Schritt.“